Aufnahme und Filmmontage einer Veranstaltung

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Einführung

In diesem Kapitel lernst du Bühnen – und Sportveranstaltungen zu filmen.

Mit ‚Bühnenveranstaltung‘ meinen wir jede Veranstaltung und Aktivität, die auf einer Bühne stattfindet: von einem Theaterstück bis zu einer Lesung. ‚Sportveranstaltungen‘ sind Dinge, wie Basketball- und Fußballspiele.

Für eine Bühnenveranstaltung oder ein Sportspiel musst du sehr gut vorbereitet sein. Ebenso brauchst du gutes technisches Wissen und Erfahrung. Aber diese Projekte sind eine gute Gelegenheit, um deine Fähigkeiten im Filmen zu entwickeln.

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Vision in action

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  • Verschaffe dir einen guten Überblick über die Örtlichkeit und überlege, wo du dein Equipment aufstellen möchtest
  • Prüfe immer zweimal, ob du alles vom Equiptment für Filmen, Licht und Tonaufnahme eingepackt hast. Du kannst nie zu vorsichtig sein.
  • Der Hauptorganisator oder der Regisseur sollten eine sehr gute Idee davon haben, wie das finale Filmprodukt aussehen soll. Sie sollten ebenso sicherstellen, dass jeder versteht, was das erwartete Ergebnis sein soll.
  • Stellt sicher, dass jeder über seine Aufgabe beim Dreh Bescheid weiß. Insbesondere die Kameraleute sich im Klaren sein, was sie wie filmen sollen.
  • Sprecht mit dem Eventveranstalter am Filmtag (zusätzlich zu den Filmbesprechungen während des Projekts) und räumt irgendwelche Unklarheiten aus.
  • Besprecht technische Dinge mit dem Personal vor Ort – z.B. wie man das vorhandene Licht ausrichtet. Fragt nach Hilfe, wenn nötig.
  • Setzt euch mit dem Tontechniker der Lokalität in Verbindung, wenn er vorhanden ist. Wenn es möglich ist, prüft das Audio-Signal vom Mischpult.
  • Achtet auf die Sicherheit: vergesst nicht freiliegende Kabel mit Matten zu bedecken, damit niemand darüber stolpert, befestig Scheinwerfer ordnungsgemäß, usw..
  • Stellt sicher, dass alle Kameraeinstellungen (Auflösung, Weißabgleich, usw.) korrekt eingestellt sind.
  • Achtet darauf, dass alle Tonaufnahmegeräte richtig arbeiten.
  • Schaltet Mobiltelefone aus oder wechselt in den Flugzeugmodus, um Signalinterferenzen zu vermeiden.
  • Nutzt die Filmklappe oder klatscht eure Hände vor der Kamera, damit ihr das Film- und Audiomaterial synchronisieren beim Schnitt einfacher synchronisieren könnt.
  • Notiert die Namen aller Menschen im Film. Ihr braucht sie möglicherweise für die Titel.
  • Erstellt Schnittbilder des Events.
  • Bevor ihr den Ort verlasst, prüft, ob alle nötigen Filmgenehmigungen (das Recht die gefilmte Ortschaft und Menschen zu veröffentlichen) da sind
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Equipment und Hilfsmittel

Ein Live-Event zu filmen benötigt eine Menge an verschiedenem Equipment, wie:

  • mindestens zwei Kameras auf Stativen. Zusätzlich könnt ihr noch Kameras auf Dollies oder Hand-/Schulterkameras nutzen.
  • zusätzliche Scheinwerfer, um vorhandenes Licht zu vervollständigen, wenn nötig
  • zusätzliche Tonaufnahmegeräte
  • zusätzliche Raummikrofone, wenn nötig
  • ausreichend Kabel, um Kameras mit Mischpulten oder weiteren Tongeräten zu verbinden
  • Adapter zum verschiedene Audio-Anschlüsse zu verbinden, z.B. XLR- und Klinkeanschlüsse
  • genügend Batterien für alle Geräte, Ladegeräte und/oder Stromaggregate
  • ausreichend Speicherplatz für alle Film- und Backup-Geräte, wie Laptops mit Kartenlesegeräten und interne/externe Festplatten
  • Matten, um Kabel zu bedecken, darüber stolpernde Menschen zu vermeiden
  • Klebeband, um Matten und Kabel am Boden festzukleben und alle andere bei Bedarf festzukleben
  • Für den Schnitt: einen Computer mit Schnittsoftware für mehrere Video- und Audiospuren und bestenfalls mit Mulikamera-Funktion. Programme, wie Adobe Premiere Pro beherrschen dies und es erleichtert den Schnitt ungemein

Hauptteil

Eine Sportveranstaltung, oder eine Bühnenaufführung zu ist auf verschiedene Weise zu anderen Arten des Filmens unterschiedlich.

Im Unterschied zu Filmen mit einem Skript könnt ihr nicht einfach zurückgehen und eine Szene neu filmen, falls ihr eine Einstellung nicht mögt, oder ihr etwas verpasst habt. Ihr filmt ein einmaliges Ereignis live, also bekommt ihr nur eine Chance es richtig zu machen.

Ihr werdet ebenso kaum Gelegenheit haben eure Arbeit während des Ereignisse zu überprüfen und Fehler ausfindig zu machen oder jemandem unerfahrenen zu zeigen, wie man es besser macht.

Deswegen braucht ihr gute technische Fähigkeiten. Das beinhaltet Wissen vom Equipment – Kameras, Tonaufnahmegeräte, Licht – sowie Erfahrung in Regie, Filmen und Schnitt.

Kompetenzen, wie gute Konzentrationsfähigkeit, Teamwork und die Fähigkeit mit unerwarteten Situationen umgehen zu können sind ebenso sehr wichtig, wenn ihr Ereignisse live dokumentieren möchtet.

Was versucht ihr zu erreichen?

Gute Vorbereitung ist der Schlüssel für die Dokumentation jeder Art von Bühnenaufführungen und Sportveranstaltungen. Das bedeutet auch eine klare Vorstellung von dem zu haben, was ihr möchtet.

Normalerweise werdet ihr so einen Film im Auftrag des Eventorganisators machen, also sprecht vorher gut mit ihm und den Teilnehmern des Ereignisses. Dies wird euch eine gute Vorstellung davon geben, welche Vorstellung sie von dem fertigen Ergebnis haben und wie es genutzt werden soll.

Findet folgendes heraus:

  • Was eure Klienten möchten: ungeschnittenes Material des ganzen Ereignisses, nur Höhepunkte, Material für ein Imagevideo oder eine Nachrichtensendung, usw. Das wird euch helfen zu entscheiden, was ihr filmen müsst.
  • Welche Bilder, wenn überhaupt, müsst ihr vor oder nach dem Ereignis filmen – z.B. Vortragender betritt das Geäude, Nahaufnahmen von Gegenständen, die während des Ereignisses nicht gefilmt werden können, usw.
  • Wie möchten die Eventorganisatoren das Material erhalten: auf DVD (oder mehreren Kopien) mit/ohne gedrucktem Cover und Platte, auf einer Festplatte, als einen Upload bei Youtube oder einer Cloud? Eine DVD liefert eine Auflösung von 720×576 Pixel, während Videoplattformen Auflösungen von bis zu 3840×2160 Pixel unterstützen.
  • Welche zusätzlichen Informationen oder Material müssen zu dem Film oder Live-Übertragung hinzugefügt werden: Titel, Nachspann, PowerPoint-Folien, Hinweise, Tafeln, Archivmaterial, usw.

Dieses Kapitel behandelt Live-Übertragungen nicht im Detal. Es ist noch unwahrscheinlich, dass ihr bei dieser Art Projekt mit einbezogen werdet, da die technischen Anforderungen sehr hoch sind und ihr es mit Echtzeitkameraführung und Übertragungstechnologie zu tun bekommt. Aber keine Sorge – vieles von dem, was ihr beim filmen einer Bühnenaufführung lernt, gilt ebenso für eine Live-Übertragung.

Typischer Arbeitsablauf für das Filmen einer Bühnenaufführung oder einer Sportveranstaltung

  1. Finde ein Bühnen- oder Sportereignis, das du filmen möchtest.
  2. Finde so viel, wie möglich heraus, wie die Logistik:
  • wie kommt man zum Ort (öffentliche Verkehrsmittel, Auto); vorhandene Parkplätze
  • die Menschen, um die sich der Film dreht, sowie deren korrekt Schreibweise
  • ein Plan des Ortes, Zugang zu Steckdosen, Licht- und Tonpult
  • kontaktiert vor Ort, wer für die Technik zuständig ist
  • die Running Order des Ereignisses, beinhaltend eine Zeitleiste wann Folien oder Videoclips gespielt werden
  • exakte Positionen von Menschen auf der Bühne, Geräte, Scheinwerfer, Standorte der Kameras und Kameraleute
  1. Haben die Organisatoren die Genehmigung die Menschen auf der Bühne und im Publikum zu filmen? Wie kündigen sie an, dass das Ereignis gefilmt wird? Das sollte vor dem Ereignis geklärt sein – beispielsweise auf dem Ticket oder mit einer Ansage, bevor alles losgeht
  2. Entscheidet über individuelle Verantwortlichkeiten in eurem Team:
  • Hauptorganisator: verantwortlich die Organisation des gesamten Filmtermins und dessen Kostenkalkulation; Hauptkontakt des Teams zu Auftraggebern oder Event-Organisatoren.
  • Regisseur: prüft am Filmtag, ob alles nach Plan läuft, einschließlich korrekte Kamerapositionen, einwandfreie Dokumentation des Ereignisses, Aufnahme von zusätzlichem Material, usw.; kann die selbe Person, wie Hauptorganisator sein
  • Kameramenschen: verantwortlich für Einstellung der Kameras und Filmen des Events; hilft möglicherweise auch andere Gerätschaften, wie Licht mit aufzubauen
  • Helfer mit zusätzlichen Tonaufnahmegeräten: Menschen, die wissen, wie man Kameras oder zusätzliche Tonaufnahmegeräte an Mischpulte anschließt und wo und wie zusätzliche Mikrophone aufgestellt werden; werden u.U. nicht in jedem Projekt benötigt
  • Assistenz: hilft dem Hauptorganisator und bietet den Kameramenschen technische Hilfe an; ebenso für Erfrischungen der Crew veranwortlich
  • Springer: ersetzen Mitglieder der Crew, die am Drehtag nicht erscheinen können, z.B. durch Krankheit. Ihr solltet alle Informationen genau aufschreiben, damit sogar der Hauptorganisator – wenn nötig – ersetzt werden kann. Bei langen Ereignissen (über zwei Stunden), braucht ihr Springer, die die Kameramenschen für eine Pause entlasten können.
  1. Erstellt eine Liste von allem, was getan werden muss und streicht durch, was schon erledigt ist.
  2. Fragt nach einem Plan des Ortes oder zeichnet euch selber einen. Das wird euch helfen herauszufinden wo die Kameras und die verbindenden Kabel zu externen Mikrophonen und Mischpulten aufzustellen sind. Wenn möglich besucht das Gelände einen Tag vor dem Dreh um eine Vorstellung davon zu bekommen, wie es laufen wird. Markiert die Position jeder Kamera mit Klebeband und vergewissert euch, dass die Kameraleute herum genügend Platz haben. Ihr könnt diesen Bereich auch mit Band auf den Boden kleben mit Absperrband frei halten.
  3. Entscheidet, was jede einzelne Kamera filmt. Mindestens eine Kamera sollte ein weitwinkliges oder ein Bild mit einer Halbtotale geben. Wenn ihr eine Lesung oder ein anderes Bühnenereignis filmt, entscheidet, ob das Publikum von hinten mit einem weitwinkligen Bild oder einer Halbtotale oder gefilmt werden sollte. Wenn ihr nur zwei Kameras habt, konzentriert euch auf die Bühne, damit die zweite Kamera mit einer nahen Totale das Geschehen auf der Bühne filmen kann. Wenn ihr mehr, als zwei Kameras habt, kann eine weitwinklig oder mit einer Halbtotale das Publikum von hinten filmen; eine weitere kann mit einer nahen Totale die Bühne ohne Publikum oder Orten, wo Dinge passieren, zeigen. Weitere Kameras können Amerikanisch / Halbnahe / Porträts und Großaufnahmen aufnehmen. Der Typ und die Funktionen einer Kamera – Gewicht, Linse, Lichtempfindlichkeit – werden dir bei der Entscheidung helfen für was die Kamera genutzt werden soll. Hier sind ein paar Beispiel, was eine Kamera bei einem Ereignis aufnehmen könnte:
  • Lesung: Halbnahe des Lesers (Kamera 1), Porträt des Lesers (Kamera 2), Publikum (Totale)
  • Sportspiel: Totale des Platzes (Kamera 1), Halbtotale von mehreren Spielern zusammen, der den Ball hält ist in der Bildmitte (Kamera 2), Halbnahe von Spielern mit dem Ball (Kamera 3)

In beiden Fällen sollten ein paar der Kameras stationär auf Stativen sein, während andere per Hand oder mit einem Dolly oder auf eine andere Weise geführt werden.

Habt immer einern ‚Plan B‘ im Kopf, falls es nicht nach Plan läuft. Probleme können sein: eine Kamera, die nicht auf dem geplanten Platz stehen kann oder ein Gerät fällt komplett aus.

  1. Erinnert euch an die Grundregeln
  • Nutzt die Drittel-Regel, wenn ihr ein einzelnes Objekt oder eine Person filmt.
  • Kreuzt nicht die Handlungsachse. Bei einem Bühnenereignis ist das der Rand der Bühne und bei einem Sportspiel ist es der Spielfeldrand. Der Winkel zwischen zwei beliebigen Kamera sollte mindestens 35° betragen. (Siehe Filmstruktur für mehr Details zur Handlungsachse.)

Basic_concepts_editing_axis_of_action_dialogue Handlungsachse: Bühnenereignis 

Basic_concepts_editing_axis_of_action                                    Handlungsachse: Sportereignis

  • Positioniert die Kameras so, dass nicht versehentlich in eurem Bildmaterial mit aufgenommen werden. Bei Handkameras oder Kameras auf Dollies, stimmt euch mit dem Kameramann ab welchen Weg ihr nehmen könnt ohne gefilmt zu werden.

Manchmal werdet ihr Nah- oder Detailaufnahmen machen müssen. Dann werdet ihr den Kompromiss eingehen müssen, das gewünschte Material zu bekommen und den Kameramann dabei mit anderen Kameras zu filmen. In der Tat müsst ihr vielleicht auf die Bühne gehen oder durch das Publikum laufen.

Letzlich könnt ihr auch den Blick von jemandem versperren. Wenn das passiert, keine Sorgen machen. Die meisten im Publikum werden verstehen, dass ihr euren Job macht und nicht versucht sie absichtlich zu verärgern.

  • Wählt das richtige Format für die Aufnahme abhängig davon, welches Endprodukt eure Kunden nachgefragt haben (DVD, upload, usw.) und welches Kameratypen ihr verwendet. Wenn eine eure Kameras nur in Standardauflösung (SD) filmen kann, könnt ihr alle Kameras auf SD einstellen oder alternativ ein paar unscharfe Aufnahme beim skalieren auf High Definition (HD) im Schnitt haben.
  • Wählt die richtigen Kameraeinstellung gemäß den Bedingungen: automatischer oder manueller Fokus, autom. oder manuelle Helligkeit, Bildstabilisierung an (Handkamera) oder aus (Kamea auf Stativ)
  • Wenn ihr manuell arbeitet, stellt den Weißabgleich manuell für jede Kamera an dem Drehort ein

9. Entscheidet, wie aufgenommen werden soll.

    Sind die eingebauten Mikrophone der Kameras ausreichend? Müsst ihr weitere Mikrophone näher an der Klangquellen aufstellen?
  • Lesung: nehmt mit den Kamera-Mikrophon oder einem Lavaliermikrophon auf, was gesprochen wird. Alternativ schließt ihr ein weiteres Aufnahmegerät and das Mischpult der Lokalität an, um eine direkte Anbindung an das Mikrophon vom Tisch oder Stehpult des Lesers zu bekommen. Nehmt irgendwelche Umgebungsgeräusche und Nachfragen aus dem Publikum mit den Kamera- oder Raummikros auf. Um sicher zu gehen, dass ihr das Gesprochene klar aufnehmt, gebt Funkmikrophone oder andere Aufnahmegeräte in das Publikum.
  • Sportereignis: Die kamerainternen Mikrophone sollten ausreichend sein, um den Klang des Spiels aufzunehmen. Ihr könnt  weitere Geräte nutzen, um Kommentatoren in ihrer Kabine aufzunehmen.Trefft euch mindestens einmal mit dem ganzen Team vor dem Ereignis. Diskutiert die Details und sprecht irgendwelche Fragen an.
  1. Macht eine Liste mit allem notwendigen Equipment und packt es.
  2. Seid mindestens zwei Stunden vor Beginn des Ereignisses auf dem Gelände. Abhängig von dem Event könnt ihr auch schon 6, 8 Stunden oder gar einen Tag vorher auf dem Gelände sein. Versucht Staus und die langwierige Suche nach einem Parkplatz zu vermeiden. Räumt Zeit für die Aufnahme von Material ein, das ihr während des Ereignisses nicht filmen könnt, z.B. Nahaufnahmen der Trophäen, ankommende Teilnehmer, Posters und andere relevante Details. Das kann wirklich helfen euren Film oder Sendung zu mehr, als einer Dokumentation zu machen. Solch zusätzliches Material kann für Schnittbilder genutzt werden, um schöne Schnitte zwischen Aufnahmen und Mängel im Material, wie Ruckler und Unschärfen auszugleichen.
  3. Prüft das vorhandene Licht und findet heraus, wie ihr es einstellen könnt. Ihr braucht vielleicht die Hilfe von dem technischen Personal vor Ort.
  4. Baut die Kameras, weitere Tonaufnahmegeräte und Scheinwerfer auf, wie ihr geplant hattet, bleibt aber flexibel. Ihr müsst vielleicht Änderungen vornehmen, wenn die Umstände nicht wie erwartet sind. Nachdem ihr das getan habt, prüft:
  • ob Kameras und Stative richtig funktionieren; ihre Positionen und Einstellungen, wie Aufnahmeformat, autom./manuelle Funktionen, Bildstabilisierung an/aus; ausreichend volle Akkus für die Kameras vorhanden sind
  • ob ihr genügende Speicher (Bänder oder Speicherkarten) für jede Kamera und einen passenden Stift habt – denkt daran auf jedes Speichermedium (oder seine Hülle) zu schreiben in welcher Kamera es genutzt und was aufgenommen wurde
  • ob zusätzliche Mikrophone und Aufnahmegeräte ordnungsgemäß arbeiten; ihre Position und Einstellungen, wie Aufnahmeformatob zusätzliches Licht richtig arbeitet
  • ob jeder weiß, was er tut, insbesondere wen oder was sie filmen
  • ob jeder genügend Getränke und, für längere Events, Essen hat.

14. Schaltet alle Handys aus oder wählt den Flugzeugmodus, nachdem ihr aufgebaut habt. Beginnt ein paar Minuten vor dem Ereignis aufzunehmen. Wenn ihr denkt, dass eine oder mehrere Kameras während dem Event neuen Speicher braucht, schaltet einfach jede Kamera 5 Minuten versetzt ein. So braucht ihr nicht zum gleichen Zeitpunkt alle Speichermedien der Kameras wechseln und eine Kamera wird immer aufnehmen

15. Wenn alle Kameras ‚laufen‘, sollte der Regisseur prüfen, ob alle Kameras richtig aufnehmen. Ernennt jemanden, der an einem Punkt von allen Kameras gefilmt wird und lasst ihn/sie die Hände klatschen (oder nutzt eine Filmklappe), das wird euch helfen das Material von verschiedenen Kameras zu synchronisieren. Wenn das Ereignis pausiert wird, wiederholt diese Übung, bevor ihr wieder aufnehmt.

16. Bleibt fokussiert und ruhig – das gilt für alle Kameramenschen. Sie sollten ebenso, bevor sie zoomen, einander prüfen, um zu vermeiden, dass alle Kameras eine gezoomte Einstellung zur gleichen Zeit filmen – ihr werdet es wahrscheinlich im finalen Schnitt nicht nutzen. Dennoch sollten alle Kameramenschen sicherstellen, dass sie gut zoomen, nur für den Fall, dass die Aufnahme genutzt werden muss (z.B. alle Kameras zoomen fälschlicherweise zur gleichen Zeit)

17. Plant welches Bildmaterial nach dem Ereignis genutzt werden soll, z.B. Nahaufnahmen von Notizen aufgeschrieben während eines Gesprächs.

18. Führt die Aufnahme ein paar Minuten nach dem Ende es Events fort. Ihr nutzt vielleicht etwas von diesem Material im Film.

19.  Macht eine Pause, nachdem ihr das Filmen beendet habt, denkt aber daran, dass ihr möglicherweise immer noch Arbeit zu erledigen habt. Ihr werdet geplantes zusätzliches Material aufnehmen wollen und ihr könnt es sogar herrichten Vor-Event-Szenen einzufangen, wie ein hereinkommender Leser.

20. Sammelt alles Speicherkarten und Bänder ein, und stellt sicher, dass sie richtig beschriftet sind. Fangt an einzupacken, indem ihr eure Equipmentliste nutzt und so sichert, dass ihr alles habt.

21. Der Regisseur wird vielleicht noch eine Diskussion mit den Event-organisatoren über das erhoffte Ergebnis haben. Der Regisseur sollte ebenso sichergehen, dass er alle Filmrechte – das Recht Bilder vom Publikum und dem Gelände zu veröffentlichen – hat.Nehmt Zeit euch zu amüsieren und macht das meiste aus dem (hoffentlich erfolgreichen und nicht zu stressigen) Projekt.

22. Bevor es mit der Bearbeitung des Materials weitergeht, nehmt Euch die Zeit Euch ein bißchen zu entspannen. Dann macht das Beste aus Eurem (hoffentlich erfolgreichen und nicht zu stressigen) Dreh.

Schnitt eures Materials

Jetzt nachdem ihr euer Bühnen- oder Sportereignis gefilmt habt, ist es an der Zeit euer zu schneiden.

Ihr könnt das machen, indem ihr irgendeine Schnittsoftware nutzt, die es euch erlaubt multiple Video- und Audiospuren hinzu zu fügen. Ihr könnt Programme, wie Adobe Premiere Elements, Adobe Premiere Pro und Lightworks (Freeware) nutzen.

Hier sind die Schritte für den Schnittablauf:

  1. Kopiert die Dateien von all euren Speicherkarten/Bändern auf ein einzelnes Speichergerät, wie eine Festplatte (intern oder extern). Sorgt dafür, dass alles richtig zugeordnet ist: prüft, ob die gleiche Anzahl von Dateien auf der Festplatte und allen Speichermedien ist. Ihr könnt die Dateigröße in Windows mit einem Rechtsklick auf den Ordner und der Auswahl Eigenschaften erfahren. Das auf Band aufgenommene Material muss auf das neue Speichergerät gespeichert werden, indem das Bandabspielgerät oder die Kamera mit dem Computer verbunden wird. Wenn ihr gleich welches Material kopiert oder speichert, kümmert euch darum, dass es in entsprechende Ordner (z.B. Kamera 1, Kamera 2, Kamera 3, …) mit passender Beschriftung gespeichert (z.B. Teil 1, Teil 2, …) wird.

Nutzer von Adobe Premiere Elements und Adobe Premiere Pro: um dieselbe Ordnerstruktur von eurer Festplatte im Projektfenster von Adobe Premiere zu behalten, erstellt keine Unterordner auf eurer Festplatte, bevor ihr in Adobe Premiere importiert. Wenn ihr Unterordner habt, wird das Programm alle Dateien in einen Unterordner importieren (die Struktur auf eurer Festplatte bleibt aber erhalten). Es ist besser alle Ordner auf einer Ebene anzulegen (Hauptordner) und sie entsprechend mit „Kamera 1 – Video“ und „Kamera 1 – Audio“ zu benennen, als einen Hauptordner mit Video- und Audiounterordner anzulegen

  1. Importiert alle Dateien in euer Schnittprogramm, betrachtet sie dann, damit ihr eine Vorstellung von der Qualität bekommt und prüfen könnt, ob alles Material vorhanden ist. Bepsrecht in eurem Team welche Teile des Materials gut sind und welche Teile besser sein können.
  2. Synchronisiert alle Video- und Tonaufnahmen, indem ihr mehrere Video- und Audiospuren nutzt. Sortiert die Videospuren von Nah- und zu Weitwinkelaufnahmen – sprich Detailaufnahmen oben und Weitwinkelaufnahmen unten. Findet das Klatschen der Hände oder die Filmklappe im Material, das von den verschiedenen Geräten aufgenommen wurde. Nun ’stapelt‘ die Video- und Audiospuren übereinander in der Timeline und richtet sie so aus, dass das Klatschen zur gleichen Zeit gesehen/gehört werden kann. (siehe Filmschnitt mit Schnittsoftware)
  3. Wenn möglich, synchronisiert die Spuren nach den Audiospuren, das ist der präziseste Weg, denn jegliche Verzögerung zwischen den Spuren klingt wie ein Hall (siehe Filmschnitt mit Schnittsoftware). Ihr werdet dazu nicht immer in der Lage sein, z.B. wenn ihr in einer großen Sporthalle gefilmt habt, wo eine große Menge an Geräuschen, Klangverzögerungen und die Tonqualität zu schlecht für die Synchronisation ist.
  4. Sobald alle Spuren synchronisert sind, wählt die beste Kameraperspektive für jeden einzelnen Moment aus. Ihr werdet Teil von höhergelegenen Spuren löschen müssen, um die darunter liegende Spur sehen zu können. Die Ausnahme hier ist die unterste Spur (normalerweise Totale), die nicht geschnitten werden muss, da sie durch die darüberliegenden Spuren entweder sichtbar oder verdeckt ist.

Nutzer von Adobe Premiere Pro: Nachdem die Spuren synchronisiert sind, könnt ihr die Multikamerafunktion zum Schnitt nutzen. Das ist ein grundlegendes Werkzeug, wenn mehrere Kameras während eines Events geführt werden, aber ihr könnt das Material beliebig oft anschauen und immer noch manuell schneiden.

Die Multikamerafunktion erlaubt euch alle Videospuren gleichzeitig in einem Vorschaufenster zu betrachten. In diesem Prozess könnt ihr eine grobe Auswahl der Aufnahmen für den Schnitt treffen. Eine sorgfältigere Auswahl könnt ihr später treffen, sowie einen Clip in der Spur zu verlängern oder zu verkürzen.

  1. Nachdem ihr euren Schnitt fertig gestellt habt, könnt ihr die Endfassung kürzen, wenn sie zu lang ist (bspw., wenn der Film auf DVD veröffentlicht werden soll), Titel und Nachspann hinzufügen und euch auf die Postproduktion konzentrieren. Das beinhaltet alle möglichen Anpassungen, wie Farben im Material von verschiedenen Kameras und Ton von verschiedenen Geräten.

Übungen

  • Findet den Aufbauplan der Veranstaltungsorte online. Diskutiert, wo ihr die Kameras aufstellen würdet, was sie filmen könnten, welchen Ton ihr möglicherweise auf welche Weise aufnehmt. Denkt wie bei einem Storyboard darüber nach welchen Bildausschnitt die Kameras nutzen können.
  • Macht einen Übungslauf: sucht eine Lokalität, die ihr betreten könnt, z.B. einen Jugendclub und baut den Dreh, als wärt ihr bei dem eigentlichen Filmereignis entsprechend eures Ablaufes auf.
  • Macht es wirklich! Es gibt keine bessere Übung, als ein echtes Event zu filmen. Beginnt klein – beispielsweise ein Konzert vom Schulchor, eine Theateraufführung oder Sportspiele – bewegt euch dann zu größeren Ereignissen, wenn ihr euch dazu bereit fühlt.

Häufige Fehler

  • Vorher nicht für genügend Raum für die Kameramenschen gesorgt. Ihr werdet vielleicht denken, dass ausreichend Platz vorhanden ist, wenn ihr den Ort zu ersten Mal betretet, aber am Tag der Aufführung sind dort Stühle, wo ihr eigentlich den Kameramenschen eingeplant hattet. Das kann zu Problemen beim Aufstellen des Stativs und der Kamera und dem Bewegen um die Kamera herum führen.
  • Kameras nicht richtig eingestellt – wie Aufnahmeformat, automatische/manuelle Funktionen, Bildstabilisierung an/aus – bevor das Filmen startet.Benutzung der Automatikfunktionen der Kamera bei wechselnden Lichtbedingungen. Wenn die Lichter plötzlich ausgeschaltet werden, um dem Publikum ein projiziertes Bild während einer Lesung zu zeigen, wird euch die Automatikfunktion einen guten Kontrast für das Bild auf dem Schirm/Leinwand liefern, aber alles andere wird zu dunkel sein. Stellt also sicher, dass ihr die Blende und die Lichtempfindlichkeit manuell einstellen könnt.Sich auf den Zoom für Nah- und Detailaufnahmen verlassen, statt sich auf der Bühne zu bewegen. Zoomen kann zu verwackelten Bildern oder verzerrten Kamerawinkeln führen.

Verwandte Themen und Links zu externen Quellen

Chapters: Camera basics / Camera advanced / Basic concepts of editing, Editing programmes

Arbeitsweise mit Jugendlichen

Als Zuschauer erwarten wir normalerweise hochqualitative Produktionen, wenn wir ein gefilmtes Sportereignis, Konzert oder eine andere Bühnenaufführung anschauen. Aber im Rahmen von jungen Filmmenschen und deren Fertigkeiten im Film zu entwickeln und ihnen zu helfen, ist es gut realistisch zu sein und Fehler zu erlauben.

Das muss kein Problem sein. Kommuiniziert einfach mit den Eventorganisatoren und dem Publikum des zu filmenden Ereignisses, dass eure Gruppe noch lernt und dass wahrscheinlich noch Raum für Verbesserungen im Endprodukt ist.

Zur selben Zeit könnt ihr sicher stellen, dass die Qualität von dem, was ihr produziert, so gut, wie möglich ist, indem ihr den jungen Menschen helft sich mit dem Ablauf vertraut zu machen und die Fähigkeiten lernt, die sie brauchen werden. Das beinhaltet auch das Equipment gut zu nutzen und sich mit den Grundregeln des Filmens vertraut zu machen.

Übt ein paar Mal das Equipment aufzubauen, das kann sehr beim Aufbau am Filmtag helfen.

Es mag vielleicht altmodisch klingen, aber Wiederholung ist eine der besten Möglichkeiten sich zu merken, wie Dinge gemacht werden – besonders bei körperlichen Bewegungen.

Ein weiterer Weg Qualität in der Zukunft zu sichern, ist Projekte als ganzes zu analysieren: das Ergebnis, das ihr erreichen wolltet, der Arbeitsablauf, Teamwork, unerwartete Ereignisse, Fehler und die Qualität vom Material.

Es kann hart für junge Menschen sein negatives Feedback zu erhalten, wenn sie die Fertigkeiten noch lernen. Aber das ist Teil des Lernprozesses selbst – solange das Feedback sinnvoll und konstruktiv ist und keine Schuld zuweist.

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