Ein Musikvideo produzieren

image_print

Einführung

Das Musikvideo ist ein künstlerisches Format, das viel Freiraum für Kreativität lässt. Je nach angestrebtem Anspruch und Aufwand können sehr viele Kenntnisse in Bezug auf Konzeption, Organisation und Nachbearbeitung von der Produktion abverlangt werden. Aber auch eine Videocollage oder eine Stopptrick-Animation, die mit relativ wenig Aufwand produziert werden können, eignen sich als Grundlage für ein Musikvideo.
Somit ist das Musikvideo sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene geeignet. Da Jugendliche normalerweise Musik und Musikvideos mögen, finden sie meist auch schnell einen Zugang zu diesem Format.

corner_lt

Vision in action

 corner_rt
  • Stellt zunächst sicher, dass ihr die Verwendungsrechte der Musik für eine Veröffentlichung eures Musikvideos habt!
  • Gewährleistet, dass alle Bewegungsabläufe von den Musikern und ggf. auch Tänzern ausreichend geprobt wurden, bevor ihr mit den Aufnahmen beginnt!
  • Achtet beim Dreh von Playback-Aufnahmen darauf, dass alle Kameras den Playback-Ton entweder über ein internes Mikrofon oder über eine Verbindung zum Abspielgerät der Playback-Aufnahme aufzeichnen, damit in der Montage alle Aufnahmen möglichst schnell und einfach synchronisiert werden können.
  • Sichtet während des Drehs regelmäßig die Filmaufnahmen und achtet insbesondere auf die Synchronizität der Körper-, Finger- und Lippenbewegungen mit der Playback-Aufnahme!
  • Gewährleistet bei Liveaufnahmen eine gute Abmischung der verschiedenen Stimmen und Instrumente über das Mischpult und nehmt die Tonsumme des Mischpults mit einer Kamera oder einem externen Aufnahmegerät ab.
corner_lb corner_rb

Equipment und Hilfsmittel

  • Für das Aufzeichnen von Musikern beim Spielen benötigen wir mindestens eine Kamera mit Audioeingang oder internem Mikrofon und auch alles weitere Equipment, das wir beim Filmen einsetzen können (Stative, Beleuchtung…)
  • Bei Musikvideos denen eine Studioaufnahme zu Grunde liegt benötigen wir ein Abspielgerät (am besten ein Notebook, ein MP3-Player, ein Smartphone oder Tablet) an das man gute Lautsprecher anschließen kann, damit die Musiker das Lied am Set gut hören bzw. die Kamera das Lied für die spätere Synchronisation aufzeichnen kann. Bei dem Abspielgerät ist es von großem Vorteil, wenn man sehr leicht an bestimmte Stellen im Lied zurückspringen kann. Ein CD-Player ist daher eher ungeeignet.
  • Bei der Nutzung von Liveaufnahmen, wird das Equipment, das man auch für die Dokumentation einer Bühnenperformance oder einer Sportveranstaltung benötigt, verwendet. Um eine gute Tonaufnahme zu erhalten, sollte man mit einer Kamera oder einem externen Aufnahmegerät die Tonsumme vom Mischpult der Beschallungsanlage aufnehmen. Außerdem kann man zusätzlich an interessanten Positionen (z.B. Gitarrenkopf mit Blick auf den Gitarrenhals) Action-Kameras anbringen.
  • Bei der Einbindung anderer Filmformate, wie z.B. Stopptrick-Animation oder Videocollage, wird das hierfür erforderliche Equipment benötigt.
  • Für die Montage des Musikvideos benötigen wir einen Computer mit Schnittsoftware. Da hier der Ton besonders im Vordergrund steht, sind außerdem gute Stereolautsprecher oder -kopfhörer von Vorteil.

Hauptteil

Bei einem klassischen Musikvideo sieht man den oder die Musiker, wie sie das Lied spielen – meist an einem oder mehreren verschiedenen Orten. Die Musik wird dabei während des Drehs meist nicht live von den Musikern gespielt, sondern es wird eine Aufnahme des Liedes abgespielt. Die Musiker spielen und singen dann „Playback“ – also genau so, als ob ihre Körper-, Finger- und Lippenbewegungen zur abgespielten Aufnahme passen.
Die Aufnahmen, wie die Musiker singen und spielen, können sich mit anderen Aufnahmen abwechseln. Z.B. kann in einer Parallelmontage zusätzlich zur zu grundegelegten Playback-Aufnahme filmisch eine kurze Geschichte erzählt werden, die zu dem Lied passt. In diesem Fall kann man sich in Bezug auf Technik, Kameraführung und Drehbuchkonzeption den Grundlagen der Produktion eines kurzen Spielfilms bedienen, nur dass man hier auf gesprochene Dialoge verzichtet und die Geschichte sich rein über die Filmaufnahmen in der Parallemontage erschließen muss.

Typisches Musikvideo mit Playback-Filmaufnahmen der Musikerin und einer kurzen Geschichte in Parallelmontage – Jaz in ti (Media utrip, LIJAmedia) produziert im Projekt CROSScut

Aber auch andere Formate, wie z.B. eine Video-Collage oder eine Stopptrick-Animation, können für ein Musikvideo genutzt werden.

Live-Aufnahme, die von verschiedenen Aufnahmen (vergleichbar mit Videocollage) durchsetzt wurde – Premikamo meje (LIJAmedia) – produziert von Jugendlichen

Musikvideo, bei dem keine Musiker beim Spielen zu sehen sind – Tagmond „Finally“ – Video produziert von einem Nutzer von WTV

Wie in dem Beispiel des Videoclips für einen Song von DJ Tagmond ist es auch möglich, völlig auf die Aufnahmen von Musikern, während sie ein Lied spielen, zu verzichten. Auf diese Art und Weise kannst Du auch Musikvideos für Lieder von Bands machen, die dir persönlich gefallen. Dabei solltet ihr aber, wie immer wenn ihr Audio-, Film-, oder Bildmaterial von Dritten verwendet, unbedingt auf die Verwendungsrechte des Liedes achten.
Von namhaften Musikern, die bei großen Labels unter Vertrag sind, ist es sehr unwahrscheinlich, das ihr die Verwendungsrechte eines Liedes für ein Musikvideo bekommt. Bei Bands mit nur kleinem oder gar keinem Label kann es hingegen sogar vorkommen, dass sie die Musiker froh sind, dass ihre Fans ein Musikvideo produzieren und veröffentlichen. Manchmal fordern Musiker sogar ihre Fans dazu auf, Musikvideos zu produzieren und stellen hierfür die Songs und deren Verwendungsrechte kostenlos zur Verfügung (sofern ihr selbst das Musikvideo nicht kommerziell nutzt). Scheut Euch nicht einfach mal bei den Bands, die Euch gefallen, anzufragen!

Beim Versuch der Veröffentlichung von Musikvideos mit Musik von Dritten über Online Video Plattformern, wie z.B. YouTube, kann es aber trotzdem sein, dass diese nicht veröffentlicht werden, weil die Online Video Plattform nicht dafür bürgen kann, dass alle Rechteinhaber an dem Lied wirklich berücksichtigt wurden. Dies ist aber auch immer von der Rechtslage des jeweiligen Landes, in dem das Video über die Videoplattform abgerufen wurde, abhängig. In Deutschland z.B. ist die Rechtslage recht kompliziert und oft kann man von Deutschland aus Videos über eine Online Video Plattform nicht aufrufen, die man in einem anderen Land ohne Probleme anschauen kann.

Um ganz sicher in Bezug auf die Verwendungsrechte zu gehen, ist es das beste ihr nutzt nur Lieder, die von euch selbst oder von euren Freunden geschrieben und eingespielt wurden. In manchem Ländern, wie z.B. Deutschland, kann es nämlich sogar schon problematisch sein, wenn ihr eine selbst eingespielte Interpretation oder Coverversion eines Liedes für eurer Musikvideo zu verwenden wollt. Bei Interpretationen und Coverversionen gilt beispielsweise in Deutschland, dass der Komponist des Orgininalliedes schon mindestens 70 Jahre tot sein muss, um davon eine eigene Interpretation oder Coverversion veröffentlichen zu dürfen.
Auch Live-Aufnahmen eines Konzerts können für ein Musikvideo genutzt werden, sofern ihr die offizielle Erlaubnis hattet, dieses Konzert zu filmen und über die entsprechenden Verwendungsrechte der Aufnahme verfügt. Solche Live-Aufnahmen können wir entweder wie bei der klassischen Dokumentation eines Konzerts machen (siehe Kapitel Eine Bühnenperformance oder ein Sportereignis filmen) oder wir setzen verstärkt auf eine kreative Kameraführung und arbeiten z.B. mit Schärfeverlagerungen oder schnellen Zoomfahrten.

Denkbar ist auch das Anbringen mehrerer Action-Kameras auf der Bühne oder direkt an Instrumenten (z.B. an einem Gitarrenkopf mit Blick auf den Kamerahals), um die Musiker und deren Instrumente aus ungewöhnlichen Perspektiven zu filmen. Oder es werden sogar Action-Kameras an den Musiker selbst (z.B. am Kopf oder an der Brust) angebracht.
Bei Liveaufnahmen stellt sich aber das Problem, sofern man eine Studioaufnahme als Grundlage für das Musikvideo verwenden möchte, dass die Bewegungen der Musiker nie exakt synchron mit einer Studioaufnahme sein werden. Zumindest stellenweise kann man aber Live-Aufnahmen in einer Parallelmontage zu anderen Aufnahmen nutzen, wenn man eine Studioaufnahme als Grundlage für das Musikvideo nimmt.
Man kann auch, je nachdem wie professionell die Instrumente und Stimmen aufgenommen wurden, den Originalton der Konzertaufnahme als Grundlage für das Musikvideo, benutzen!

0:00 min, 3:18 min, 7:48 min, 20:43 min: Beispiele für Musikvideos basierend auf Live-Konzerten mit Originalton (Band „Ganz Normal Anders“ – WTV Produktion im Rahmen eines medienpädagogischen Projekts mit Jugendlichen)

Um gute Aufnahmen von Musikern, während sie spielen, für ein Musikvideo machen zu können, muss vorher geprobt werden.
Zum einen müssen sich die Musiker anders verhalten, als wenn sie auf einer Bühne stehen und spielen. Z.B. kann es sein, dass die Musiker bewusst für das Musikvideo in die Kamera schauen sollen, was für sie ungewohnt sein kann, wenn sie sich z.B. normalerweise auf die ihre Instrumente konzentrieren oder vielleicht auch eher schüchtern sind. Zum anderen ist die Synchronizität der Finger- und Lippenbewegungen, wenn man Playback-Musik benutzt, sehr wichtig und muss auch erst einstudiert werden.

Es können natürlich auch ganze Bewegungsabläufe oder Tanzchoreografien für ein Musikvideo einstudiert werden, was einem zusätzlichen Aufwand und unter Umständen das Hinzuziehen eines Choreografen oder einer Choreografin bedarf.
Es kann auch hilfreich sein, schon bei den Proben für die Aufnahmen des Musikvideos zu filmen, damit sich die Musiker ein Bild davon machen können, wie sie aussehen, wenn sie spielen und sich bewegen.

Wie bei allen Filmformaten sollte man sich natürlich auch um die Gestaltung (z.B. Requisiten, Hintergrund) und die Ausleuchtung der Drehorte Gedanken machen!

Produktionsablauf eines Musikvideos

Der gesamte Produktionsablauf gestaltet sich wie bei den meisten anderen Filmformaten auch, d.h. man beginnt mit einem Drehbuch oder einem Storyboard und entwickelt daraus einen Drehplan.
Der Unterschied beim Filmen von Playback-Aufnahmen zu herkömmlichen Filmaufnahmen liegt darin, dass in jeder Szene die Studioaufnahme des Songs abgespielt werden muss. Dazu müssen die Kamera oder die Kameras den Ton der abgespielten Studioaufnahme für die spätere Synchronisation über ein internes Mikrofon aufzeichnen. Sofern die Kameras über einen Audioeingang verfügen, ist es für die spätere Synchronisation das beste, man verbindet das Abspielgerät gleich direkt mit dem Audioeingang der Kameras anstatt das interne Mikrofon der Kamera zu benutzen.

Besonderen Mehraufwand bedeuten natürlich auch die bereits erwähnten Proben für die Gewährleistung der Synchronizität von Lippen- und Spielbewegungen, und das Einstudieren von Bewegungsabläufen und ggf. auch Tanzeinlagen. Die sollten schon vor dem eigentlichem Dreh beginnen und können ebenfalls gefilmt werden, um durch regelmäßige Sichtung der Aufnahmen an der Verbesserung des Ergebnisses arbeiten zu können, bis es zum eigentlichen Dreh der Aufnahmen kommt.

Die Wiederholung einstudierter Bewegungsabläufe ermöglicht es auch, eine Szene mit nur einer Kamera aus mehreren Kameraperspektiven zu filmen, so dass man in diesem Fall prinzipiell nur eine Kamera für die Produktion eines Musikvideos benötigt.
Sichtet regelmäßig während des Drehs das gefilmte Material und achtet insbesondere auf die Synchronizität der Bewegungen.

Verwendet man Live-Aufnahmen für das Musikvideo, benötigt man natürlich einen guten Sound. Diesen nimmt man am besten mit einer Kamera oder einem externen Audioaufnahmegerät direkt vom Mischpult ab. Die Qualität der Tonaufnahme über den Mischer hängt davon ab, wie viele Mikrofone für die Aufnahme von Instrumenten und Stimmen genutzt werden, wie gut diese Mikrofone sind und über wie viel Mühe sich der Tontechniker beim Abmischen der Instrumente gibt. Im Idealfall verfügt das Mischpult über ein mehrspuriges internes Aufnahmegerät, so dass man die einzelnen Spuren auch noch im Nachhinein abmischen kann.
Alle Kameras, die nicht mit dem Mischpult verbunden sind, sollten zumindest über ein internes Mikrofon den Ton für die spätere Synchronisation des Videomaterials aufnehmen. Bei sehr lauten Konzerten kann es allerdings vorkommen, dass eine Aufnahme mit internen Mikrofonen total übersteuert und für eine Synchronisation unbrauchbar ist.

Montage des Musikvideos

Wie immer ist es wichtig, das gefilmte Material zuerst zu sichten und sich Notizen über dessen Qualität zu machen, gerade wenn es sehr viele Takes für eine Szene gab.
Hat man mit mehren Kameras gleichzeitig gefilmt, sollte man die Videospuren zunächst synchronisieren und sich dann Notizen zu den besten Teilen machen.
Nach der Sichtung kann man beginnen die besten Aufnahmen zurecht zu schneiden.

Musikvideo mit Studioaufnahme als Grundlage

Für die Endmontage legen wir dann bei einem Musikvideo mit einer Studioaufnahme diese Aufnahme auf eine separate (am besten die unterste) Audiospur und ordnen dann das gefilmte Material, während man die Musiker spielen sieht, synchron zur Studioaufnahme über dieser Studioaufnahme an.
Hat man mit mehren Kameras gleichzeitig gefilmt, kann es schnell passieren, dass nun die meisten Videospuren schon belegt sind. Daher sollte man die besten Aufnahmen zunächst auf zwei oder sogar nur einer Videospur zusammenfassen, damit noch weitere Videospuren für weitere Videoaufnahmen oder auch Titel freibleiben.

Alle weiteren Videoaufnahmen, z.B. Schnittbilder oder Aufnahmen für einen weiteren Handlungsstrang, werden nun auf den Videospuren über den Videospuren, bei denen die Musiker beim Spielen zu sehen sind, abgelegt.

Alle Schnitte sollten passend zur Musik gesetzt werden. Je nach Art der Musik und gewünschter Filmästhetik kann man die Häufigkeit der Schnitte variieren.

Musikvideo mit Live-Aufnahme als Grundlage

Bei einer Live-Aufnahme synchronisieren wir, wie auch bei der Dokumentation einer Bühnenperformance oder eine Sportveranstaltung, zunächst die Videospuren der verschiedenen Kameras. Im Vergleich zu einer Veranstaltungsdokumentation brauchen wir das Material aber nicht chronologisch zu belassen, sondern können z.B. auch die Videoaufnahmen des ersten Refrains benutzen, wenn der in der Audiospur der zweite Refrain zu hören ist – vorausgesetzt die Musiker sind im gleichen Rythmus geblieben.
Um bei einer Live-Aufnahme des Stil eines Musikvideos zu erreichen, können wir hier die Schnitte in kürzeren Abständen setzen, sofern es zur Musik passt. Auch Live-Aufnahmen können anschließend mit Schnittbildern oder Aufnahmen für einen weiteren Handlungsstrang kombiniert werden.

Bearbeitung der Videoaufnahmen mit Effekten

Auch Video-Effekte können beim Schnitt von Musikvideos eingesetzt werden. Videoschnittprogramme bieten hier mittlerweile meist eine große Auswahl. Man sollte allerdings beim Einsatz der Effekte darauf achten, dass die Effekte nicht wahllos eingesetzt werden, sondern auch im Zusammenhang mit der Ästhetik des gesamten Videos oder der dort dargestellten Handlung stehen.
Färbt man z.B. einen Clip rot ein, so kann das z.B. die Aggression in einem Lied unterstreichen. Man kann auch verschiedene Handlungsebenen durch Effekte voneinander absetzen. Z.B. kann man die Aufnahmen von Musikern beim Spielen, die speziell für das Musikvideo gemacht wurden, in Farbe belassen, während man auf die Live-Aufnahmen von vielleicht sogar verschiedenen Konzerten mit einem schwarz-weiss Effekt belegen kann. So kann man letztlich auch den Live-Aufnamen, die unter Umständen mit unterschiedlichen Kameratypen und Bildauflösungen gemacht wurden, ein einheitliches Erscheinungsbild geben.
Wie man in Premiere Elements Effekte anwendet, erfährst du im Kapitel „Videobearbeitung mit Videoschnittprogrammen.“

Effekte in Premiere Elements anwenden (kommt in Kapitel „Videobearbeitung mit Videoschnittprogrammen“)

In Premiere Elements ziehen wir einen oder mehrere Effekte unserer Wahl (Button „Effekte“ rechts unten) auf die entsprechenden Clips im Schnittfenster. Nachdem wir einen Clip mit einem Effekt belegt haben, öffnet sich von rechts das Fenster „Zugewiesene Effekte“ über das wir Einstellungen am Effekt vornehmen können.
Es können dabei nicht mehrere Clips gleichzeitig ausgewählt und mit einem oder mehreren Effekten belegt werden. Wir können aber, nachdem wir einen Clip mit Effekten belegt haben und diese nach unseren Vorstellungen angepasst haben, die Effekteinstellungen auf einen oder mehrere Clips gleichzeitig übertragen. Hierfür klicken wir zunächst mit der rechten Maustaste auf den Clip, der schon mit Effekten belegt wurde, und wählen dann „Kopieren“. Anschließend wählen wir die Clips aus, die ebenfalls mit diesen Effekten belegt wurden, drücken die rechte Maustauste und wählen „Effekte und Anpassungen“ einfügen. Wir können nun die Effekte der einzelnen Clips noch individuell anpassen.

Übungen

Schaut Euch Musikvideos im Internet oder Fernsehen an und lasst euch für eure eigenen Produktionen inspirieren! Achtet darauf, wie die Musikvideos produziert wurden. Welche verschiedenen Handlungsebenen (z.B. Aufnahme von den Musikern beim Spiele und kurze Geschichte in Parallelmontage) gibt es? Wie wurde die Kameraführung gestaltet? Wie wurden die Videos im Verhältnis zur Musik geschnitten? Wie wurden Bildübergänge und -effekte gestaltet? Auf diese Weise erhaltet ihr eine gute Grundlage für die Gestaltung eurer eigenen Produktionen!

Verwandte Themen und Links zu externen Quellen

Chapters: stop-motion, filming a stage performance or a sports event, editing with editing software

Stopp-Trick-Animation, ohne dass Musiker beim Spielen zu sehen sind – Peter Dirnbek & Vox Populi – Še predno

Arbeitsweise mit Jugendlichen

Die Produktion eines Musikvideos mit Jugendlichen eignet sich hervorragend um musik- und tanzpädagogische Projekte mit medienpädagogischen zu kombinieren.
Unrealistisch ist es aber, dass alle Jugendlichen sich in alle drei Bereiche gleichermaßen einbringen können.
Auch innerhalb des medienpädagogischen Bereichs des Projekts bestehen oft Vorlieben der Jugendlichen in Bezug auf die verschiedenen Bereiche des Produktionsprozesses. Ein Jugendlicher würde vielleicht gerne die Regie führen, ein anderer filmt oder schneidet lieber.
Machen sie sich im Vorhinein rechtzeitig Gedanken über ihre pädagogische Zielsetzung in Bezug auf den medienpädagoischen Anteil des Projekts. Soll jeder Jugendliche einmal an jedem Produktionsschritt beteiligt gewesen sein, damit jeder ein breites Spektrum an Kompetenzen ausbildet, dann müssen sie über eine dementsprechende Struktur (z.B. Rotationsprinzip) dafür sorgen, dass sich auch wirklich alle Jugendlichen in die jeweils verschiedenen Bereiche einbringen. Dadurch verringert sich aber sicherlich auch die Qualität des Ergebnisses, da auf diese Weise für die Jugendlichen kaum Zeit bleibt in einem Bereich Fähigkeiten zu verbessern und eine Routine auszubilden.
Die andere Möglichkeit besteht darin, die Jugendlichen nach ihren Vorlieben in Bezug auf die Produktion zu befragen und als Pädagoge selbst zu beobachten, welche Jugendlichen, vielleicht auch entgegen ihrer bisherigen Selbstauffassung, für die verschiedenen Produktionsbereiche geeignet sein könnten.  Handeln sie auf jeden Fall gemeinsam mit den Jugendlichen die Rollen im Projekt aus. So können gezielt Talente und Motivation der Jugendlichen im Projekt zur Geltung kommen!
Bevor sie mit dem Projekt beginnen, sollten sie sich auch abhängig vom Alter und den bereits vorhandenen Kompetenzen der Jugendlichen über die geeigneten Formate (z.B. Videocollage oder Playbackaufnahme) für die Produktion eines Musikvideos Gedanken machen.
Sind Jugendliche unterschiedlichen Alters und mit unterschiedlich ausgeprägten Kompetenzen in der Projektgruppe, können dementsprechend auch unterschiedliche Filmformate in ein gemeinsames Musikvideo einfließen.
Beispielsweise kann sich eine Gruppe um die Playback- oder Live-Aufnahmen kümmern, während eine andere Gruppe an Aufnahmen für andere Handlungsebenen arbeiten (z.B. Kurzfilm oder Stopptrick-Animation oder Videocollage).
Es ist natürlich von Vorteil für die Motivation der Jugendlichen, wenn diese Musikvideos zu Liedern produzieren können, die ihnen besonders gut gefallen. Das können selbst geschriebene Lieder der Jugendlichen oder von den Jugendlichen eingespielte Coverversionen oder auch komplette Produktionen anderer Musiker sein – wichtig ist, dass sie sich in jedem Fall in Bezug auf die Verwendungsrechte der Lieder rechtlich absichern.
Gerade bei Musik von anderen Musikern, die in Fremdsprachen singen, besteht oftmals Bedarf, mit den Jugendlichen den Liedtext ersteinmal zu übersetzen, um ihnen eine Grundlage für den erzählerischen Inhalt des Musikvideos zu ermöglichen.
Die Einbindung von Musikern, oder ggf. auch Tänzern und Choreografen bedeutet natürlich auch einen Mehraufwand bezüglich der Kommunikation unter allen Projektbeteiligten und der Koordination des gesamten Produktionsablaufs.
Für die Strukturierung des Produktionsablaufs eignet sich eine chronologische Übersicht auf einem großen Poster, aus dem die nötigen Arbeitsschritte und deren jeweiligen Verantwortlichen ersichtlich werden.
Treffen Sie klare Absprachen mit den Jugendlichen, sorgen sie für einen guten Teamgeist und machen sie allen Beteiligten klar, dass eine erfolgreiche Produktion nur gelingen kann, wenn sich alle an Absprachen halten!

Fachausdrücke